1938 durften sich die Kunden in Deutschland erstmals die Produkte selbst aus dem Regal nehmen – damals galt das als Selbstbedienung. Heutzutage kassieren sie auch selbst. Aber ist die Selbstbedienung an der Kasse nur eine waghalsige Innovation für große Einkaufsketten, die das nötige Kapital besitzen? Wir widmen diesen Blogpost einer Übersicht darüber, wie vielfältig Selbstbedienung bereits umgesetzt wird und warum das Konzept zum Zeitgeist passt.

Wo gibt es Selbstbedienung bereits?

Das Selbstbedienungsgeschäft ist ein Konzept mit wachsender Beliebtheit. Weltweit wagen sich vor allem große Firmen daran, Geschäftsflächen zu testen, auf denen sich die Kunden selbst bedienen können. Allerdings gibt es diese Geschäfte bereits in Österreich, wenn auch eher in kleinem Maß. Dazu gehören zum Beispiel Hofläden, auch Verkaufsboxen in den Städten oder das Modell des Genossenschaftsladens, der einer Gemeinschaft gehört. 

Es ist nicht so, dass Selbstbedienungs-Läden plötzlich auftauchen. Langsam hat sich das Konzept im Stillen entwickelt. Es begann mit einfachen Automaten, die bequem rund um die Uhr benutzt werden können. Mit der Zeit ist aus dem einfachen Getränkeautomaten ein ausgefeilter Kiosk geworden, an dem viele Güter erhältlich sind. Die neuen Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens, etwa über Smartphones, haben die Idee aufleben lassen. 

Es gibt viele Wege, Selbstbedienung im Einzelhandel umzusetzen

  • Klassische Einzelhändler, die Self-Checkout für Ihre Kunden anbieten, meist als Ergänzung zu den Kassen, die vom Personal bedient werden.
  • Klein-Geschäfte oder Container, in denen Kunden komplett selbstständig einkaufen und kein Personal anwesend ist. Das berühmteste Beispiel dafür ist Amazon GO, aber auch einige Bauernläden fallen in diese Kategorie. Dieses Konzept setzt beispielsweise das Unternehmen „avec box“ in der Schweiz um. 
  • Automaten-Kioske, die an hoch-frequentierten Punkten aufgestellt werden. Damit können Firmen ohne Personalkosten ihre Produkte anbieten.  

Der Vorteil dieser Geschäftsmodelle gegenüber dem traditionellen Einzelhandel ist offensichtlich: Flexibilität. Ein Wert, der im Zentrum des Zeitgeistes steht. So können Kunden jederzeit einkaufen.

Selbstbedienungskasse

Selbstbedienungskasse beim Nahversorger “Ums Egg” in Losenstein.

Neue Chancen im Handel entstehen – Eine Entwicklung mit dem Zeitgeist

Die Sache mit der Selbstbedienung ist die, dass sie noch relativ neu ist, zumindest im Einzelhandel in Österreich?. Außerdem ist die Ansicht  weit verbreitet, dass Kunden Selbstbedienungskassen nicht gerne nutzen. Allerdings gibt es auch das Gegenargument, das mehr unserem Zeitgeist entspricht. Viele Menschen sind froh, wenn sie in Ruhe einkaufen und dabei ganz für sich sein können. Gerade in der Stadt, wo es kaum ruhige Momente gibt, ist es manchmal angenehm, mit guter Musik im Ohr seinen eigenen Einkauf abzuwickeln. Eine US-Studie verzeichnet diesen Trend und zeigt, dass 73% der Konsumenten Selbstbedienung nutzen möchten.

Wagen wir noch einmal einen Blick in die Vergangenheit. Damals, als die sogenannte Selbstbedienung beim Greißler und Supermarkt aufkam, gab es viele Gegenstimmen. Verständnislosigkeit, warum man sich plötzlich selbst seinen Einkauf zusammensuchen sollte. Mittlerweile ist es für uns selbstverständlich geworden, durch das Geschäft zu schlendern und in Ruhe alles Nötige in den Einkaufskorb zu legen. Stellen Sie sich vor, wir würden heute noch an der Geissler Theke in der Schlange stehen.

Diese Veränderungen brauchen Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Wenn sie angekommen sind, zeigt sich, welche neuen Möglichkeiten sie bieten. Wir sehen schon heute Konzepte, die sich nur durch Selbstbedienung verwirklichen lassen und die uns bereichern, dazu gehören beispielsweise Verkaufsautomaten und kleine Verkaufsflächen, die nur durch Selbstbedienung wirtschaftlich sind. In Zukunft wird es einfacher, einen Laden zu führen. Seine Produkte anzubieten, ohne den ganzen Tag im Geschäft zu stehen. 

Wir verfolgen die Entwicklung nicht nur gespannt, sondern beteiligen uns aktiv daran, neue und innovative Lösungen für den heimischen Handel und mehr Möglichkeiten für uns alle zu schaffen.